Ratgeber für Apoplexie

Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Was ist eine Apoplexie?

Unter einer Apoplexie versteht man eine plötzliche Durchblutungsstörung eines Organs oder einer Körperregion. Früher fand der Begriff in Verbindung mit verschiedenen Zusätzen zur Benennung des betroffenen Organs oder der Region medizinische Anwendung, heute wird er als Synonym für eine Apoplexia cerebri eingesetzt. Diese Durchblutungsstörung im Gehirn ist auch unter dem Namen Schlaganfall, Hirninfarkt oder Insult bekannt. Sie kann sowohl durch einen Gefäßverschluss als auch durch eine Hirnblutung verursacht sein.

Symptome einer Apoplexie

Für einen Apoplexie (Schlaganfall) gibt es typische Symptome, die jeder kennen sollte. Werden diese erkannt, muss unbedingt ein Notarzt gerufen werden. Tritt ein Schlaganfall auf, ist die Zeit ein entscheidender Faktor. Ein Schlaganfall (Apoplexie) ist gekennzeichnet durch eine plötzliche Schwäche oder einen Verlust der Muskelkraft, die sich bis hin zur Lähmung einer kompletten Gesichts- oder Körperhälfte, der sog. Hemiplegie, ausdehnen kann. Oft tritt bei einer Apoplexie ein Taubheitsgefühl in einem Körperteil, z. B. einem Arm, auf. Auch Sprachstörungen wie eine undeutliche Sprache oder Verständnisschwierigkeiten sind ein typisches Symptom eines Schlaganfalls. Neben Schluckstörungen können Sehstörungen wie eine plötzliche Sehverschlechterung oder ein Doppeltsehen auftreten. Weitere Anzeichen einer Apoplexie sind ein Schwindelgefühl, das Auftreten einer plötzlichen Verwirrtheit oder einer depressiven Grundstimmung sowie eine Bewusstlosigkeit oder ein Benommensein. Ist ein Schlaganfall durch eine Hirnblutung ausgelöst worden, können als weiteres Symptom starke Kopfschmerzen auftreten.

Häufigkeit einer Apoplexie

Die Apoplexie ist als eine Krankheit des höheren Alters anzusehen. Etwa die Hälfte aller von einer Apoplexie Betroffenen ist mehr als 70 Jahre alt. Zusammen mit der Gruppe der Herz-Kreislauferkrankungen und den Krebserkrankungen zählt die Apoplexie zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Jährlich werden etwa 103.000 neue Fälle gezählt, wobei man annimmt, dass eine große Zahl unentdeckter Schlaganfälle besteht. Experten gehen davon aus, dass unter Berücksichtigung dieser Dunkelziffer die tatsächliche Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr bei etwa 150.000 bis 160.000 Fällen liegt. Dennoch ist im zeitlichen Verlauf ein Rückgang der Apoplexie festzustellen. Ursache dafür dürfte die heutzutage wirksamere Behandlung von Grunderkrankungen sein, die das Risiko für einen Schlaganfall senken. Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei Apoplexie-Patienten liegt bei 100 pro 100.000 Personen.

Ein besonderer Stellenwert nach einer Apoplexie kommt der Rehabilitation zu. Statistiken zeigen, dass sich zwar ein großer Teil der Patienten von der Apoplexie erholt, aber nur wenige ganz geheilt werden können. Durch gezielte Rehabilitationsmaßnahmen können die bleibenden Einschränkungen der Apoplexie weiter minimiert werden.

Lydia Köper

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