Ratgeber für Apoplexie

Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Wissenswertes über eine Apoplexie

Rehabilitation nach einer Apoplexie

Nach einer Apoplexie ist es notwendig, möglichst früh mit einer Rehabilitation zu beginnen. In der Reha nach einer Apoplexie ist es wichtig, einen individuellen Rehabilitationsplan zu erstellen und dabei verschiedene Verfahren miteinander zu kombinieren. So ist es möglich, alte Fähigkeiten, die als Folge der Apoplexie verloren gegangen sind, wiederherzustellen. Zwar können die zerstörten Hirnareale nicht erneuert werden, gesunde Hirnanteile können aber die Funktion der zerstörten Bereiche übernehmen. Im besten Fall kann es sogar gelingen, alle Einschränkungen, die durch die Apoplexie entstanden sind, zu überwinden und die verloren gegangenen Fähigkeiten nahezu vollständig zurückzuerlangen.

Erste Rehabilitationsmaßnahmen beginnen bereits in der frühen Krankheitsphase. Ist durch die Apoplexie eine Hemiplegie, die vollständige Lähmung einer Körperhälfte, oder auch eine Lähmung bestimmter Körperteile aufgetreten, so ist eine Stimulation der betroffenen Körperteile wichtig. Durch eine Physiotherapie bleiben die Muskeln erhalten und die Gelenke versteifen nicht. Durch gezieltes Training kann es möglich sein, die gelähmten Muskeln irgendwann wieder zu steuern. Mit einem neuropsychologischen Training können sowohl in dieser Hinsicht als auch mit dem Ziel der Behandlung von Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Erinnerungslücken und Verständnisproblemen große Erfolge erzielt werden. Sind durch die Apoplexie Sprachstörungen aufgetreten, kann das Sprechen mithilfe eines Logopäden neu erlernt werden.

Rehazentren für Apoplexie-Patienten

Die Rehabilitation beginnt in der Regel bereits in der Akutklinik, in die der Patient zunächst aufgenommen wurde. Für weitere Maßnahmen, die oft schon im direkten Anschluss an den Aufenthalt in der Akutklinik durchgeführt werden können, bestehen spezielle Rehazentren für Apoplexie-Patienten. Dabei werden zwei Formen unterschieden, die ambulanten und die stationären Zentren. Meist empfiehlt sich die Aufnahme in ein stationäres Rehazentrum, welches eine optimale Patientenbetreuung bietet. Dort arbeitet der Apoplexie-Patient in interdisziplinären Teams bestehend aus Pflegekräften, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten sowie Psychologen und Sozialarbeitern an dem Erreichen seiner individuell festgelegten Ziele.

Hat der Patient einen gewissen Grad der Selbstständigkeit trotz seiner Apoplexie behalten, kann auch eine ambulante Rehabilitation sinnvoll sein. Auch nach erfolgter stationärer Reha kann eine Fortführung bestimmter Behandlungen ambulant erfolgen. Durch eine ambulante Form der Reha kann die Selbstständigkeit des Apoplexie-Patienten und sein Umgang mit den vorhandenen Einschränkungen so früh wie möglich in seiner gewohnten Umgebung trainiert werden. Viele Apoplexie-Patienten ziehen es zudem vor, in einer vertrauten Umgebung gesund zu werden.

Welche Form für den jeweiligen Patienten die Geeignete ist, für die er sich dann entscheidet, das Ziel der Rehabilitation ist dasselbe. Dem Apoplexie-Patienten soll dabei geholfen werden, sich mit der veränderten Situation wieder in sein soziales Umfeld und möglicherweise auch sein berufliches Leben einzugliedern.

Lydia Köper

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